Sinnvolle Freizeitgestaltung - Teil 2

Wie beschäftigt sich mein Kind in seiner Freizeit sinnvoll

Im ersten Teil haben Sie ein paar Vorschläge bekommen, wie sich Ihr Kind im Kindergartenalter auf geeignete Weise beschäftigen kann. Dabei ging es vor allem um die Anregung der verschiedenen Sinne und Förderung der Motorik. Letzterer Entwicklungsbereich spielt auch in den folgenden Jahren eine wichtige Rolle. Doch je älter die Kinder werden, desto mehr werden auch andere Aktivitäten interessant, die nicht so einen hohen Bewegungsanteil haben. Damit dies dann nicht heißt überwiegend vor dem Laptop oder Smartphone zu sitzen, geben wir Ihnen im Folgenden einige Anregungen, wie sich Ihr Nachwuchs zwischen sechs und elf Jahren sinnvoll beschäftigen kann.

Sinvolle Freizeitgestaltung für Grundschulkinder

Teil 2: Sinnvolle Freizeitbeschäftigung für Grundschulkinder

Smartphone, Konsole & Co. kommen für viele gar nicht an erster Stelle

Freunde treffen und im Freien spielen sind laut einer Befragung von Kindern zwischen vier und 13 Jahren deren Lieblingsbeschäftigungen. Danach folgen ausruhen und chillen, Sport treiben, Malen, Zeichnen, Basteln sowie das Spielen mit Spielsets z.B. von Playmobil und Lego. Erst auf Platz sieben folgt die Beschäftigung mit Tablet, Smartphone oder Computer. Spielen auf Spiel- oder Handheld-Konsolen kommt sogar noch weiter hinten. Das lässt doch erkennen, dass nicht nur die Elektronik in der Freizeit der jungen Generation eine Rolle spielt.

Die Frage nach den häufigsten Freizeitbeschäftigungen der 6- bis 13-Jährigen zeigt allerdings, dass der Spitzenreiter hier das Fernsehen ist. (Fast) jeden Tag wird der Fernseher angeschaltet, dicht gefolgt von der Erledigung der Hausaufgaben/ Lernen sowie dem drinnen spielen und der Handynutzung. Erst danach folgt das Treffen von Freunden und Spielen an der frischen Luft. Man mag fast vermuten, dass schon Kinder dem typischen Muster vieler Erwachsener folgen, die nach einem anstrengenden Schul-/Arbeitstag sich nicht mehr wirklich zu etwas aufraffen können. Stattdessen greifen sie nach den Hausaufgaben lieber zum Handy oder schalten den Fernseher ein. Diesem Prozess sollten Sie mit gutem Beispiel entgegenwirken. Selbst wenn Sie den Drang nach Entspannung mit Handy und Fernsehen nur zu gut kennen, sollten Sie Ihrem Kind für diese Phase Alternativen zur Beschäftigung anbieten.

Ruhige Aktivitäten für Grundschulkinder

Wie auch von jüngeren Kindern gern angenommen, sind Hörspiele, vorgelesene Geschichten, Bücher lesen oder CD hören Ideen für die Entspannung von Grundschulkindern. Ebenso entspannend sind ruhige Beschäftigungen wie Malen und Basteln, Sammlungen anlegen und sortieren, Zeitschriften anschauen oder Brettspiele spielen. Wenn sich Ihr Nachwuchs nicht von sich aus für Lesestoff interessiert, hilft mitunter ein Besuch in der Bibliothek. Dort gibt es dann nicht nur Bücher, sondern auch andere Medien, die das Interesse wecken könnten. Wenn sich ein Kind für ein bestimmtes Thema oder gewisse Beschäftigung interessiert, findet es in der Bücherei mit Sicherheit ein Buch oder eine Zeitschrift, welche sich diesem Thema widmet.

Oder es entdeckt beim Stöbern zufällig Lesestoff, den es interessant findet. Zeit vor dem Fernseher oder PC zählt ebenfalls zu den bewegungsarmen Phasen. Da es sehr schwierig ist Kinder ab einem gewissen Alter komplett von der Unterhaltungselektronik fernzuhalten, hat es sich bewährt einen geregelten Umgang damit zu finden.

Außerdem können Sie die Art der Apps, Programme und Spiele festlegen, welche Ihr Kind verwenden darf. Oft gibt es informative Fernsehsendungen, Lernspiele für den Computer oder Smartphone-Apps dieser Art. Dadurch haben die Kinder sogar noch einen Lerneffekt, wenn sie diese sehen oder damit spielen. Auch gegen Denkspiele, Rätsel oder Quizformate ist nichts einzuwenden, wenn diese mal in elektronischer Form stattfinden. Es kommt eben auf einen maßvollen Umgang mit den elektronischen Medien an, den die Kinder nur durch Anleitung und gute Vorbilder erlernen können.

Darf es etwas mehr Bewegung sein?

Kinder im Grundschulalter haben immer noch ein relativ hohes Bedürfnis nach Bewegung. Auch für eine gesunde kindliche Entwicklung ist regelmäßige Bewegung ein Muss. Es gibt sozusagen kein Zuviel an Bewegung. Wenn Kinder erschöpft sind oder eine Pause brauchen, lassen sie es etwas ruhiger angehen und sammeln wieder neue Kräfte. Um sich auch richtig auspowern zu können, brauchen sie natürlich die richtige Umgebung. Am besten funktioniert das draußen, zum Beispiel im Garten, auf dem Spielplatz oder im Park.

Und dort reichen schon ein paar Dutzend Quadratmeter aus, um Ihr Kind auf vielfältige Weise in Bewegung zu bringen. Hindernisparcours, ein, zwei Spielgeräte und ein paar Spielmaterialien reichen schon aus, um für vielfältige Bewegungserfahrungen zu sorgen. Springseil, ein Ball plus Tor oder Korb, ein Wurfspiel und ähnliches regen schon zu diversen Bewegungsmöglichkeiten an. Und mit Alltagsmaterialien können die Kinder eigene Ideen umsetzen. Auf einem glatten Untergrund aus Stein lassen sich auch Hindernisse ganz einfach mit Kreide aufmalen. Dann benötigen Sie noch weniger Material und die Kinder können ganz einfach kreativ werden.

Es muss ja nicht gleich stundenlang Bewegung am Stück sein. Schon ein wenig mehr Platz zum Spielen und die Möglichkeit auch mal zu toben ist für viele Kinder schon eine gute Abwechslung. Dadurch trainieren sie ihren ganzen Körper, bauen Muskeln auf und stärken ihr Herz-Kreislauf-System. Am besten ist es, wenn sie dazu jeden Tag die Möglichkeit haben. Hinzu kommen noch die frische Luft und natürliches Tageslicht, die wichtig für das Immunsystem und starke Knochen sind.

Gleichgewicht auf Rollen trainieren

Nicht zu vergessen sind die verschiedensten Fortbewegungsmittel auf Rollen und Rädern, wie Inliner, Fahrrad, Roller, Waveboard, Longboard und ähnliche. Diese lassen sich ganz einfach auf dem Gehweg nutzen bzw. auf Plätzen oder in speziellen Übungsbereichen, wo ein glatter Untergrund vorhanden ist. Sie sollten natürlich darauf achten, dass Ihr Nachwuchs immer die nötige Schutzausrüstung trägt, also zumindest einen Helm beim Fahrradfahren. Und für Skateboard & Co auch Gelenkschoner.

Solche Vehikel schulen besonders gut das Gleichgewicht und verlangen teilweise einiges an Koordination bestimmter Bewegungsabläufe. Es bringt die Kinder also definitiv in ihrer Entwicklung dieser Fähigkeiten voran, wobei diese gar nicht merken, dass sie gerade etwas lernen bzw. ihrem Gehirn etwas Gutes tun. Denn Bewegung hilft beim Lernen und aktiven Kindern fällt es oftmals leichter sich für längere Zeit zu konzentrieren.

Bewegung in den Alltag integrieren

Wie immer sind Sie das Vorbild für Ihren Nachwuchs, was das Maß an Bewegung angeht. Wenn Sie kurze Strecken zu Fuß statt mit dem Auto zurücklegen oder häufiger mal mit dem Fahrrad unterwegs sind, dann bemerkt das auch Ihre Kind. Ist die Schule, der Sportverein oder eine andere Freizeitstätte nicht allzu weit entfernt, kann es dorthin laufen.

Ist die Entfernung größer und der Weg dorthin mit Fahrradwegen ausgestattet, kann es mit dem Fahrrad fahren. Auch Kleinigkeiten, wie Treppen steigen statt Fahrstuhl fahren oder eine Station früher aus dem Bus aussteigen und den Rest laufen, setzen im Alltag die richtigen Bewegungssignale. Leben Sie Ihrem Nachwuchs also einfach das richtige Verhalten vor und er wird es wie von selbst von Ihnen kopieren. Ein paar Jahre später, wenn Ihr Kind in die Pubertät kommt, geht das Bewegungsbedürfnis bei vielen zumindest zeitweise rapide zurück.

Auch für Freizeitbeschäftigungen, die nicht auf irgendeine Art vor dem Bildschirm stattfinden, sind manche so gar nicht zu motivieren. Welche sinnvollen Freizeitbeschäftigungen für Jugendliche es gibt, schauen wir uns im nächsten Teil dieser Serie an.


 
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