Wie bringe ich meinem Kind die wichtigsten Hygieneregeln des Alltags bei?

Kinder lernen durch Nachahmung dessen, was ihnen vorgelebt wird. Dies gilt natürlich auch für die Hygieneerziehung. Durch Rituale bei der Körperpflege werden sie von klein auf an grundlegende Maßnahmen der persönlichen Hygiene gewöhnt. Speziell in der Kita, wo regelmäßig der eine der andere Infekt seine Runden zieht oder allgemein in der Grippesaison ist es dann äußerst hilfreich, wenn schon Kinder ab einem gewissen Alter bestimmte Hygieneregeln befolgen. Schauen wir uns mal an, welche das sind.

So wäscht man die Hände richtig

1. Regelmäßig Hände waschen

Nicht nur Kleinkinder fassen gerne vieles an. Da sammeln sich in kürzester Zeit ein Haufen von Keimen an, die schnell auf andere Flächen verteilt werden. Oder sie gelangen in den Körper des Kindes, wenn diese die Finger in den Mund stecken oder sich im Gesicht anfassen. Dagegen hilft es natürlich sich regelmäßig die Hände zu waschen. Schon normale Seife zerstört die fettähnliche Hülle von Viren. Eltern sollten schon bei sehr kleinen Kindern darauf achten, immer selbst mit gutem Beispiel voranzugehen.

Das gemeinsame Händewaschen vor dem Essen ist dann eine schnell verinnerlichte Gewohnheit. Spätestens ab dem Kindergartenalter lernt das Kind dann bewusst weitere Situationen kennen, vor oder nach denen es sich unbedingt die Hände waschen muss. Diese können zum Beispiel mit kleinen Bildchen auf einer Tafel im Kinderzimmer veranschaulicht werden. Wenn Kinder in bestimmten Phasen darauf keine Lust haben und das Hände waschen so oft wie möglich vermeiden wollen, hilft es diesen Vorgang etwas unterhaltsamer zu gestalten. Kaufen Sie (zusammen mit Ihrem Nachwuchs) eine eigene Seife, vielleicht in einem Spender mit einem lustigen Motiv drauf. Suchen Sie gemeinsam ein Lied aus, welches das Kind während des Waschens singen kann (ca. 20 Sek.), um seine Hände lang genug einzuseifen. Auch das richtige Abtrocknen danach gehört dazu. Wechseln das hierfür benutzte Handtuch regelmäßig aus.

2. Taschentücher benutzen

Wenn die Nase läuft, hält oftmals der Hemdärmel als Taschentuch-Ersatz her. Bei jüngeren Kindern müssen Sie das Putzen der Nase natürlich noch selbst übernehmen. Dies sollten Sie in regelmäßigen Abständen machen, um so dem Abwischen am Ärmel zuvor zu kommen. Sobald das Kind dazu in der Lage ist sich die Nase alleine zu putzen, sollten sie diesen Vorgang mit ihm üben. Dies machen Sie am besten, wenn das Kind gesund ist. Dann können Sie ihm auch mithilfe kleiner Spiele das Ausatmen durch die Nase mit einem zugedrückten Nasenloch beibringen. Ist das Kind erkältet, ist es hilfreich an mehreren leicht zugänglichen Orten Taschentücher zu platzieren. Vielleicht darf Ihr Kind das Motiv auf der Packung auswählen, dann macht das Naseputzen mehr Spaß. Auch unterwegs sollte eine Packung Taschentücher immer mit dabei sein oder zumindest ein, zwei lose Taschentücher in der Hosentasche.

3. In die Armbeuge husten und niesen

Was viele von Ihnen als Kind sicher oft von Großeltern und Eltern beim Husten oder Niesen zu hören bekommen haben, war „Hand vor den Mund!“. Doch dadurch verteilte man ja erst Recht die Viren und Bakterien auf allen Flächen, wenn nicht sofort danach das Händewaschen folgte. Deshalb husten und niesen wir heutzutage lieber in die Armbeuge. Auch Kinder können das in jungen Jahren schon schaffen und lernen dann von Anfang an gleich die richtige Methode.

4. Weitere Maßnahmen der Körperpflege

Das Baden oder Waschen erleben Kinder von Geburt an als tägliches Ritual und wachsen quasi ganz automatisch in die Gewohnheit hinein. Manchen Kindern macht das Planschen in der Badewanne großen Spaß, anderen nicht so sehr. Letzteren kann man den Aufenthalt in der Wanne dadurch schmackhaft machen, dass man Wasserspielzeug, Schaum, Seifenblasen oder ähnliches vorrätig hat. Sie sollten bei Ihrem Kind die Fingernägel regelmäßig schneiden, damit sich darunter kein Schmutz und keine Keime ansammeln können. Das gilt speziell für ganz kleine Kinder, die oft ihre Finger in den Mund stecken.

Wenn Ihr Kind sich dagegen wehrt, hilft oft ein wenig Ablenkung und eine entspannte Atmosphäre, z.B. mit einem Kinderlied oder während Sie eine Geschichte erzählen. Ist das Kind schon etwas älter, können Sie ihm auch erklären, warum kurze Fingernägel besser sind. Bestimmt mag Ihr Kind es nicht, wenn es mit einem eingerissenen Nagel irgendwo hängen bleibt oder sich selber kratzt. Das Zähneputzen kann ganz einfach ein Familienritual werden, bei dem alle gemeinsam die Zähne reinigen. Besorgen Sie sich eine Sanduhr oder spielen Sie während des Vorgang ein mindestens zweiminütiges Lied ab. Für Ältere kann dann wieder eine Erklärung (evtl. mithilfe eines Bilderbuchs) hilfreich sein, warum saubere und gesunde Zähne wichtig sind. Fragen Sie Ihr Kind zum Beispiel, was es mithilfe der Zähne alles abbeißen und essen kann.

Wie bei allen anderen Vorgängen, die Kinder in jungen Jahren erlernen, gilt auch bei der Hygiene, Übung macht den Meister! Loben Sie Ihr Kind für Fortschritte und seien Sie geduldig, wenn es eine Weile dauern sollte bis Ihr Nachwuchs die richtigen Verhaltensregeln bzw. Abläufe verinnerlicht hat. Leben Sie Ihrem Kind das richtige Verhalten vor und es wird Sie schon bald imitieren!


 
4.5 von 5 Sterne - basierend aus 1246 Bewertungen.