Wie spreche ich mit meinem Kind über schwierige Themen?

Es gibt mit Sicherheit immer wieder Situationen, bei denen Sie sich als Elternteil fragen, wie sie diese ihrem Nachwuchs am besten erklären. Vor allem, wenn es sich dabei um eine größere Krise handelt, welche das Umfeld der Kinder oder eine gesamte Gesellschaft betrifft. Eine besondere Herausforderung stellt es natürlich dar, wenn Sie selber von der bestehenden Situation betroffen sind und eigene Emotionen und Meinungen für Sie eine Rolle spielen. Was Sie unter solchen Umständen bei Gesprächen mit Ihrem Kind beachten sollten, erfahren Sie hier.

Richtig mit dem Kind sprechen

1. Ein offenes Ohr wirkt Wunder

In einer belastenden Situation ist es für Kinder wichtig zu wissen, dass sie jederzeit mit einer Vertrauensperson sprechen können. Seien Sie also jederzeit für Ihr Kind da, wenn dieses Gesprächsbedarf äußert. Schaffen sie eine vertrauensvolle Atmosphäre und signalisieren Sie, dass Sie auch bereit sind bei „schwierigen“ Themen zuzuhören und als Unterstützung da zu sein. Seien Sie bei einem solchen Gespräch ein aufmerksamer Zuhörer und nehmen Sie die Sorgen Ihres Kindes ernst. Für Ihr Kind ist es wichtig zu wissen, dass seine Ängste in Ordnung sind und nicht als übertrieben abgetan werden. Durch regelmäßige Unterhaltungen mit Ihrem Kind können Sie einfach feststellen, was es bereits über das Thema weiß und was es besonders bewegt oder beunruhigt. Bei jüngeren Kindern kann es durchaus auch hilfreich sein das Thema mithilfe von Bilderbüchern, Geschichten, gemeinsamen Aktivitäten oder durch Zeichnen zu bearbeiten.

2. Beobachten Sie Ihren Nachwuchs nach dem Gespräch

Finden Sie heraus, wie das Gespräch auf Ihr Kind gewirkt hat und ob es noch Ängste in Bezug auf das Thema hat. Ist dies der Fall sollten Sie Ihr Kind auf keinen Fall damit alleine lassen, sondern weitere Unterhaltungen anbieten und Ihrem Kind deutlich machen, dass Sie auch als Gesprächspartner für andere Themen zur Verfügung stehen.

3. Beruhigung ist für Kinder wichtig

Wenn Kinder ständig Nachrichten ausgesetzt sind, die dramatische Bilder zeigen und Berichte übertragen, können sie leicht in Panik verfallen. Je jünger sie sind, umso schwieriger ist es für sie zwischen der Realität ihres Umfelds und der allgemeinen Lage, die sich vielleicht ganz woanders so drastisch entwickelt, zu unterscheiden. Helfen Sie Ihrem Kind daher mit solchen Stresssituationen und eventuellen Ängsten umzugehen. Am besten schirmen Sie es so gut es geht vor zu intensiven Medieneinflüssen über die Krise ab. Halten Sie an verlässlichen Routinen fest und nehmen Sie sich Zeit für Ihr Kind.

4. Kommunizieren Sie auf Augenhöhe

Wenn auf der Welt etwas passiert, das über Ländergrenzen hinweg Bedeutung und Auswirkungen hat, haben auch Kinder das Recht darauf in altersgemäßer Weise darüber informiert zu sein. Je jünger das Kind ist, desto mehr müssen Sie Ihre Erklärungen vereinfachen. Hilfreich können hierbei kindgerechte Medien sein. Natürlich wollen Sie Ihr Kind in erster Linie beschützen. Doch ein sachlicher Bericht ist immer hilfreicher, als Kinder anzulügen oder Mutmaßungen anzustellen. Wenn Sie eine Frage nicht beantworten können, sagen Sie das ehrlich und finden Sie vielleicht sogar zusammen mit Ihrem Kind die Antwort darauf heraus.

5. Achten Sie auf Ihre eigenen Gefühle

Haben Sie selbst Ängste oder sind verunsichert, übertragen Sie das, wenn auch ungewollt, ganz schnell auf Ihr Kind. Auch wenn Sie versuchen Ihre wahren Gefühle zu verbergen, kommen Kinder ganz schnell dahinter, dass etwas nicht stimmt. In diesem Fall sollten Sie sich zwischendurch immer wieder Zeit für sich selbst nehmen, um auch für Ihr Wohlbefinden zu sorgen. Beziehen Sie zudem andere Familienmitglieder und vertraute Personen aus ihrem Leben mit ein, die Sie unterstützen können.


 
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