Ab wann ist ein Ferienlager empfehlenswert?

Dass Ferienlager eine gute Möglichkeit für Kinder sind selbstständiger zu werden und mal ohne Eltern etwas zu erleben, ist vielen klar. Viele Eltern wollen ihren Kindern diese Erfahrung auch gar nicht vorenthalten. Doch sie fragen sich, ab welchem Alter sie ihre Kinder bedenkenlos von zuhause wegschicken können.

Ab wann ist ein Ferienlager empfehlenswert?

Manchmal organisiert ein Sportverein, die Pfadfindergruppe oder die Kirche ein Feriencamp, in dem die Kinder die Betreuer oder die Gruppe bereits kennen. Daneben gibt es Kinderreisen, die von einem Reiseveranstalter organisiert werden, wo die Personen den Kindern zumeist unbekannt sind. In beiden Fällen fangen die Kinderferienlager im Durchschnitt bei einem Alter von 5 bis 6 Jahren an.

Das ist im Allgemeinen auch als Mindestgrenze empfehlenswert, da die Kinder dann häufig schon in der Schule sind. Nichtsdestotrotz spielen im Einzelfall noch weitere Aspekte wie allgemeine Reife, Erfahrung im Alleinverreisen oder die Selbstständigkeit eine Rolle.

Nicht ganz so unbekanntes Terrain

Manchmal gibt es Ferienangebote vom Hort oder des Vereins, den die Kinder in ihrer Freizeit regelmäßig besuchen. Und diese beschränken sich nicht nur auf die Heimatstadt, sondern umfassen manchmal auch Reisen in die nähere oder weitere Umgebung. In der Hortbetreuung finden oftmals zu Beginn der Sommerferien Reisen statt. Oder die Schule organisiert in den Winterferien eine Skireise. Auch der Sportverein verbringt mit seinen Mitgliedern gerne mal eine Zeitlang woanders. Dort steht dann ebenfalls Training auf dem Programm.

Doch die Gegebenheiten vor Ort können dazu genutzt werden. Und Ausflüge oder im Sommer baden gehen, stehen dann auf dem Programm. Auch andere Organisationen und Institutionen wie Pfadfinder, Kirchengemeinde, Hilfsorganisation und ähnliche organisieren nicht selten zu verschiedenen Anlässen und Zeiten im Jahr Reisen für Mitglieder oder andere Zielgruppen. Diese Option hat den Vorteil, dass der Nachwuchs die anderen Reisenden zumindest zu einem großen Teil schon kennt. Auch die Betreuer dürften den Kindern schon vertraut sein.

Oftmals gibt es vor Beginn der Kinderreisen Elternabende, wo Mütter und Väter alle wichtigen Infos erhalten. Dabei gibt es oftmals auch die Möglichkeit die Betreuer kennenzulernen und wichtige Fragen vorab zu klären. Für viele Eltern ist das eine wichtige Voraussetzung bevor sie ihre Kinder das erste Mal von zuhause wegschicken.

Häufig werden die Reisen nochmal nach Altersgruppen unterteilt. So sind Kinder, welche vielleicht gerade erst sechs Jahre alt geworden sind, nicht mit Jugendlichen unterwegs. Oder die Gruppe wird vor Ort noch nach Jahrgängen unterteilt. Dies ist also eine gute Einstiegsmöglichkeit, um zu testen, ob diese Art der Feriengestaltung für die Kinder die richtige ist. Und das auch schon in einem recht jungen Alter.

Wie wäre es mit einem Feriencamp bei einem Reiseveranstalter?

Manch einer hat jedoch die eben genannten Möglichkeiten nicht. Wenn das Kind nicht Mitglied in einem Verein oder ähnlichem ist, müssen andere Alternativen her. Ferienlager, die von einem Reiseveranstalter organisiert werden, können ebenfalls in die nähere Auswahl kommen. Zwar kennen die Kinder dort die anderen nicht und auch die Betreuer dürften ihnen unbekannt sein.

Doch was spricht dagegen sich gemeinsam mit einem Freund auf die Reise zu machen? Oder vielleicht haben die älteren Geschwister Lust mitzukommen? So hat das Kind zumindest das eine oder andere bekannte Gesicht um sich herum. Eine weitere einfache Stellschraube, um den ersten Aufenthalt des Kindes etwas geruhsamer zu gestalten, ist die Entfernung des Camps. Manch einer tastet sich vielleicht mit einem Kinderferienlager ganz in der Nähe des eigenen Heimatortes heran.

Ferienlager für Kinder ab 6 Jahren

Manchmal gibt es sogar in der eigenen Stadt oder im Nachbardorf Angebote, welche es den Kindern leichter machen. Schließlich müssen sie nur einige Minuten gefahren werden und haben dennoch das totale Feriencamp - Feeling. Für das erste Ferienlager sollte sowieso ein Ort gewählt werden, der nicht länger als eine Autostunde entfernt liegt. Das gibt einerseits dem Kind Sicherheit, wenn es seine Eltern nicht allzu weit von sich weg weiß. Andererseits ist es für die Eltern einfacher, falls sie ihr Kind z.B. wegen Heimweh doch früher als geplant unter Woche abholen müssen. Nicht zuletzt haben Kinderreisen häufig immer auch noch ein Thema, welches im Mittelpunkt steht.

Manchmal handelt es sich dabei um die absolute Lieblingsbeschäftigung des Kindes. Oder es klingt so spannend, dass das Kind unbedingt dorthin möchte. Das ist dann noch ein zusätzlicher Anreiz sich auf die erste eigene Reise zu begeben. Vor Ort tauchen die Kinder dann vollkommen in die Aktivitäten ein, sodass gar keine Zeit für Heimweh ist.

Erst einmal ausprobieren

Manchmal machen sich Eltern zu viele Gedanken, ob es der geeignete Zeitpunkt für ihr Kind ist, um zu verreisen. Das kann in einigen Fällen viel einfacher sein als erwartet. Nämlich dann, wenn das Kind von alleine die Entscheidung trifft bzw. den Wunsch dazu äußert. Vielleicht hat es von seinem besten Freund oder der Schulkameradin gehört, dass diese in ein Ferienlager fahren. Oder es wurde direkt gefragt, ob es nicht mitkommen möchte. Manche Eltern sind dann mitunter überrascht, da sie mit so etwas gar nicht gerechnet haben.

Natürlich kann es dann schon sein, dass sich das Kind überschätzt hat. Das Heimweh ist dann doch zu groß, sodass es keinen Spaß mehr an den Aktivitäten vor Ort hat. Dann war der Zeitpunkt vielleicht doch etwas zu früh gewählt. Doch das muss kein Misserfolg oder eine schlechte Erfahrung sein. Eltern können ihrem Kind die „geschaffte Zeit“ vor Augen führen und beim nächsten Mal vielleicht ein Tagescamp ausprobieren. Dort nehmen die Kinder tagsüber an den Aktivitäten teil.

Ferienlager werden ab sechs Jahren empfohlen

Abends werden sie wieder abgeholt und schlafen dann in gewohnter Umgebung zuhause oder am Urlaubsort in der Unterkunft der Eltern. Vielleicht probieren sie das Übernachten ohne Eltern zunächst einmal bei Freunden oder Verwandten. Vor allem, wenn Kinder diese Erfahrung noch überhaupt nicht gemacht haben, können sie sich so Schritt für Schritt daran heran tasten.

Vielleicht lieber erst in höherem Alter ins Ferienlager

Andersherum kann es natürlich sein, dass der Wunsch nach einem Feriencamp von dem Kind überhaupt nicht geäußert wird, wenn es sechs oder sieben Jahre ist. Einerseits kann es sein, dass die Kinder von dieser Möglichkeit nichts wissen, sodass die Eltern diese zunächst einmal vorstellen sollten. Vielleicht können sie auch von ihren eigenen Erfahrungen berichten falls vorhanden. Steht das Kind einem solchen Vorschlag eher abgeneigt gegenüber, sollten Eltern es nicht zwingen, vor allem wenn es noch sehr jung ist.

Doch in regelmäßigen Abständen kann ein solches Angebot dem Kind immer mal wieder präsentiert werden. Und vielleicht kann sich das Kind ja dann mit acht oder neun Jahren vorstellen, an einem Kinderferienlager teilzunehmen. Da Eltern ihr Kind immer am besten kennen, ist es für sie mitunter recht einfach festzustellen, ob Sohn oder Tochter für Kinderreisen bereit sind. Neben dem eigenen Wunsch zu verreisen und bereits vorhandenen Übernachtungserfahrungen bei Freunden oder Verwandten, spielt die Selbstständigkeit eine große Rolle. Wenn das Kind alltägliche Aufgaben schon sehr gut alleine bewältigen kann, ist das ein recht guter Anhaltspunkt.

Denn dann ist es Aufgaben wie Zähne putzen, Tisch abräumen, Zimmer aufräumen und sich regelmäßig die Kleidung zu wechseln eher gewachsen. Auch wenn seine Fähigkeit Probleme zu lösen seinem Alter angemessen ist, hat das Kind es im Ferienlager einfacher. Denn dann muss es nicht wegen jeder Kleinigkeit zum Betreuer gehen, sondern weiß sich im gewissen Rahmen selbst zu helfen. Wenn Eltern ihr Kind so einschätzen, dass es diese Dinge noch nicht so gut beherrscht, sollte mit dem Aufenthalt im Feriencamp eventuell noch etwas gewartet werden.

Gut geplant ist halb gewonnen

Steht die Entscheidung dagegen fest, können Eltern sich gemeinsam mit dem Kind auf die Reise vorbereiten. Dazu gehört noch ein wenig mehr als nur zusammen den Koffer zu packen. Zuvor sollten alle wichtigen Informationen, welche die Eltern haben auch an das Kind weitergegeben werden, sofern sie denn relevant sind. Das können zum Beispiel die Anreisezeit, Fotos von der Unterkunft oder die Namen der Betreuer sein. Auch sollten sich Eltern gemeinsam mit dem Kind auf der Landkarte anschauen, wo es denn genau hingeht und wie das Programm vor Ort aussieht.

So können sich die Kinder schon mal ein genaueres Bild machen und wissen in etwa, was sie erwartet. Beim Packen können die Eltern darauf achten, was wetterbedingt unbedingt mitgenommen werden sollte. Häufig gibt es als Anhaltspunkt auch Packlisten vom Reiseveranstalter oder als Vordruck im Internet. Anhand dieser können Kinder ihre Habseligkeiten schon recht gut alleine zusammensuchen. Dass diese Dinge dann auch alle in den Koffer oder die Reisetasche passen, ist dann die erste große Herausforderung. Es ist jedoch wichtig als Eltern diese Aufgabe nicht von vornherein selber zu übernehmen. Sonst steht das Kind im Ferienlager da, und weiß nicht, wo die Taschenlampe oder die Zahnbürste geblieben sind. Was außer Kleidung noch unbedingt eingepackt werden sollte, sind zum Beispiel ein Kuscheltier, etwas zum Spielen und vielleicht ein paar Süßigkeiten.

Das Kuscheltier hilft abends beim Einschlafen, das Spielzeug dient als Beschäftigung in der Freizeit und ein paar Bonbons können als Eisbrecher gegenüber den Zimmergenossen dienen. Hilfreich ist es die Kleidung zu beschriften, zum Beispiel mit Etiketten zum Aufbügeln und -kleben. Das hilft dem Nachwuchs im Kinderferienlager am Ende alle seine Sachen wieder zu erkennen. Auch ein separater Beutel für die benutzte Wäsche macht es einfacher die Sortierung der Klamotten in den Griff zu kriegen.

Woran kann man noch denken?

Eine gute Idee ist es ebenso den Kindern Adressen von zuhause und Verwandten mitzugeben. So können sie Briefe und Postkarten schreiben und von ihren bisherigen Erlebnissen im Feriencamp berichten. Über Post von zuhause freuen sie sich dann natürlich umso mehr. Je nachdem wie Sie also Ihr Kind einschätzen, fragen Sie es doch gleich mal, ob es in ein Ferienlager fahren möchte.

Wenn es den Vorschlag interessant findet, schauen sie doch einfach mal im Internet, welche Reisen in Ihrer Nähe stattfinden und daher in Frage kommen. Vielleicht ist es schon in den nächsten Ferien soweit und Ihr Sohn oder Ihre Tochter macht sich auf in ein Feriencamp.

Reisemeise  
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